Evidenz
Was wir wissen, und was nicht.
Alle Zahlen auf dieser Website mit Quelle, Kernaussage und Grenzen. Offen dargestellt, auch wo die Befunde unbequem sind — das ist der Unterschied zu einem Vortrag, der nur gut klingen soll.
Die meisten Werte hier stammen aus Beobachtungsstudien. Sie zeigen Zusammenhänge, keine Ursache-Wirkung. Wo ein Befund gegen die eigene Argumentation spricht, steht er trotzdem da.
Warum das Thema drängt
- +9 %Belastbar
Psychische Erkrankungen sind im 1. Halbjahr 2026 erstmals die häufigste Ursache für Fehlzeiten, 9 % mehr als im Vorjahr.
DAK/IGES, Krankenstand 1. Halbjahr 2026 - 28,5 ArbeitstageBelastbar
So lange dauert ein psychisch bedingter Ausfall im Schnitt. Die Ausfalltage sind in zehn Jahren um 43 % gestiegen.
WIdO, Fehlzeiten-Bilanz 2025 und Fehlzeiten-Report 2025 - Mehr als die HälfteBelastbar
Mehr als die Hälfte der Beschäftigten ab 50 will früher in Rente. Bei weniger guter Gesundheit sind es 60 %.
DAK-Gesundheitsreport 2026 - 10 % · 77 %Belastbar
Nur 10 % sind emotional stark gebunden, 77 % machen Dienst nach Vorschrift. Nur 21 % erleben volle Unterstützung durch ihre Führungskraft.
Gallup Engagement Index Deutschland 2025 - 74 %Belastbar
74 % schätzen ihre Arbeitsmarktchancen als gut oder sehr gut ein.
Gallup Engagement Index Deutschland 2025
Woran es liegt
- Fast doppeltes RisikoOR 1,93Belastbar
Geringer Handlungsspielraum geht mit fast doppelt so hohem Risiko für koronare Herzerkrankungen einher. Die Arbeitsmenge war dagegen nicht mit dem Risiko assoziiert.
Bosma et al., BMJ 1997 (n = 10.308)GrenzenAssoziation aus einer Beobachtungsstudie, kein Kausalbeweis. Gemessen wird Kontrollerleben, nicht Selbstwirksamkeit.
- Die Mitte trägt am meistenBelastbar
Die Mitte der Hierarchie hat höhere Raten von Depression und Angst als Spitze und Basis.
Prins et al., Sociology of Health & Illness 2015 (n = 21.859)GrenzenAssoziation aus einer Beobachtungsstudie, kein Kausalbeweis.
- 27 % und 54 % seltenerRR 0,73 · RR 0,46Belastbar
Gute Führung geht mit einer um 27 % niedrigeren Fehlzeitenrate einher und mit 54 % selteneren Erwerbsminderungsrenten.
Kuoppala et al., JOEM 2008 (Metaanalyse)GrenzenAssoziation, kein Kausalbeweis. Für eine Leistungssteigerung durch gute Führung findet die Metaanalyse KEINEN Zusammenhang — das darf nirgends behauptet werden.
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- 136 StichprobenBelastbar
Psychologische Sicherheit hängt mit Leistung, Lernen und Engagement im Team zusammen.
Frazier et al., Personnel Psychology 2017 (136 Stichproben)GrenzenZusammenhang, keine Wirkungsaussage.
- 24 von 51 Mrd. £Nur mit Kontext
Der größte Kostenblock schlechter psychischer Gesundheit ist nicht der Ausfall, sondern die Anwesenheit ohne Leistungsfähigkeit.
Deloitte UK, Mental health and employers 2024GrenzenBeratungsstudie aus UK, nicht auf Deutschland übertragbar. Nur mit Kontext verwenden.
- Kleine, nachlassende EffekteNur mit Kontext
Resilienztrainings zeigen kleine Effekte, die mit der Zeit nachlassen. Das spricht für Begleitung statt Einzelmaßnahme.
Vanhove et al. 2016 (Metaanalyse Resilienztrainings)GrenzenNur mit Kontext verwenden.
Zahlen, die ich bewusst nicht verwende
Diese Werte kursieren in Vorträgen und Angeboten. Sie sind entweder falsch zitiert, nicht belegbar oder längst widerlegt. Deshalb kommen sie hier nicht vor:
- 70 % aller Transformationen scheitern
- Gallup: 10 Billionen US-Dollar
- bis zu 142 Mrd. € Folgekosten
- Happiness Pie 50/40/10
- Amygdala Hijack
- 149.000 fehlende IT-Fachkräfte
- Gute Führung steigert die Leistung
- Senkt Krankentage um X %
Messen statt glauben.
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